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13.07.2014 - familiäre und berufliche neuigkeiten

Liebe Göfnerinnen und Göfner!

Inmitten der Austragung der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien melde ich mich bei Euch und schicke liebe Grüße ins Ländle!

Das quasi Exklusiv-Thema über das Wohl- bzw. Nichtwohlbefinden der brasilianischen Fußballnational-mannschaft hat die Nachrichten über soziale Proteste im Vorfeld der COPA abgelöst, eine breite Bevölkerungsschicht hat sich angesichts der enormen Ausgaben von öffentlichen Geldern für die Realisierung eines Events mit FIFA-Standard-Garantie mobilisiert und die Straßen und Plätze mit Protesten eingenommen, um darauf hinzuweisen, dass das Bildungs- und Gesundheitssystem, das Transportwesen und die öffentliche Sicherheit keineswegs auf FIFA Standard sind und dringendst nachhaltige Investitionen benötigen!

Aber dieses Mal möchte ich nicht so sehr auf die aktuelle politische Situation eingehen, ich würde gerne ein paar Zeilen über den persönlichen Werdegang des „Göfners vom Sendabüchl“ in Brasilien  schreiben, die letzten beruflichen Neuigkeiten und familiäre Ereignisse mit Euch teilen, um so weiterhin eine „emotionale Nähe“ zu fördern und den interkontinentalen Kontakt aufrecht zu erhalten.

Vorweg möchte ich sagen, dass die von der TS Göfis geförderten Aktivitäten im Rahmen der Solidaritätsinitiative Puravida in Jacobina wie gewohnt weitergehen und von einem kompetenten Team unter der Leitung von Junior, der schon in Göfis auf Besuch war und in der Turnhalle Kirchdorf Capoeira vorgeführt hat, ausgeführt werden. In periodischen Abständen treffen wir uns und besprechen aktuelles über das Projekt und das Vereinsgeschehen von ATABAQUE, wobei mir besonders die Finanzführung, das Monitoring und die Planung zukommen.

Ich bin beruflich im Moment in der Hauptstadt Salvador tätig und wohne auch hier, ein Umstand, den ich mir nie erwartet hätte, da ich mich gerade am Lande besonders wohl fühle, einen kleinen Bauernhof in Jacobina besitze und den Stress einer tropischen Großstadt wie Salvador, die nahe am Kollaps steht, immer zu vermeiden suchte.

Da aber der Broterwerb eines landwirtschaftlichen Familienunternehmens schwerlich die Ausgaben für die Bildungs- und die Gesundheitsversorgung der Nachkommen garantieren können, in meinem Fall für meine 8 jährige Tochter Maíra, und eine berufliche Anstellung in Jacobina, im Landesinneren von Bahia, schwierig ist, musste ich mich nach neuen Möglichkeiten umsehen. Als ich das Angebot bekam, in der Hauptstadt zu arbeiten, war ich zuerst sehr kritisch eingestellt, doch als ich mehr über den Inhalt der Arbeit in Erfahrung bringen konnte, fand ich die Herausforderung immer interessanter und interessanter, und mir wurde klar, dass meine Arbeit, obwohl ich in einem 5 Millionen Einwohner Konglomerat wohne, die ländliche Entwicklung zum Inhalt hat.

Ich bin nun seit knapp einem halben Jahr im Internationalen Fond für landwirtschaftliche Entwicklung der Vereinten Nationen tätig (http://de.wikipedia.org/wiki/IFAD), wobei es meine Tätigkeit ist, den Erfahrungsaustausch zwischen den im semiariden Gebiet des Nordostens von Brasilien ansässigen Vereinen, Organisationen und Regierungsstellen zu fördern. Das Programm SEMEAR (www.facebook.com/programasemear1) hat zum Inhalt, erfolgreiche Praktiken einer angepassten Lebens- und Produktionsweise mit dem semiariden Klima unter den prinzipiellen Aktoren bekannt zu machen.

Das ist für mich eine sehr interessante Tätigkeit, und ich kann meine Ausbildung und die Erfahrungen, die ich in dem fast schon 15 jährigem Leben hier im Nordosten Brasiliens gesammelt habe, gut einbringen. Außerdem bin ich noch in einem Verein tätig, der fairen Handel und verantwortungsvollen Konsum zum Inhalt hat (http://redemoinho.coop.br/). Das finde ich ebenfalls sehr interessant, da ich nun das Thema der Lebensmittelversorgung und -souveränität aus dem Blickwinkel der urbanen Konsumenten kennenlerne.

Ich hoffe, diese Zeilen konnten Euch einen kurzen Einblick in meine Lebensumstände ermöglichen. Weiterhin auf eine erfolgreiche interkontinentale solidarische Zusammenarbeit!

Mit herzlichen Grüßen,
Markus Breuss,
DI für Landschaftsplanung,
Kontakt: puravida1@gmx.net